Sucht

© Ein Kind trinkt Alkohol und raucht Zigaretten.
Suchtprävention als Teil des Kinderschutzes
Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf gesundes Aufwachsen – frei von Vernachlässigung, Gewalt und schädigenden Einflüssen. Ein zentraler Bestandteil dieses Schutzauftrags ist die Suchtprävention. Denn Suchterkrankungen, ob bei den Eltern oder dem Kind/Jugendlichen selbst, können gravierende Auswirkungen auf das Wohl, die Entwicklung und die Sicherheit junger Menschen haben. Kinder aus suchtbelasteten Familien zählen zu einer Hochrisikogruppe für die Entstehung einer eigenen Suchterkrankung.
Ziele von Suchtprävention sind die Vermeidung bzw. das Hinauszögern des Suchtmittelkonsums legaler oder illegaler Substanzen und problematischer Verhaltensweisen, Früherkennung und -intervention bei riskanten Konsum- und Verhaltensmustern sowie Verhinderung von Missbrauch und Abhängigkeiten.
Für Fachkräfte im Kinder- und Jugendschutz bedeutet das: Suchtprävention ist fester Bestandteil eines umfassenden Kinderschutzes. Sie beginnt dort, wo Risiken sichtbar werden, etwa bei auffälligem Konsumverhalten, familiären Belastungen oder psychosozialen Krisen und reicht bis zur Begleitung und Unterstützung von Familien, die durch Suchterkrankungen beeinträchtigt sind. Ziel ist es, gefährdete Kinder frühzeitig zu erkennen, sie zu schützen und in Hilfsangebote zu vermitteln.
Ein wesentlicher Schlüssel für wirksame Suchtprävention sind Vernetzung und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Die Kommunen haben dabei eine Drehscheibenfunktion, sie unterstützen und vernetzen die Aktivitäten aller Akteure. Die Kommunalen Suchtbeauftragten/Beauftragten für Suchtprävention in den Stadt- und Landkreisen entwickeln in fachlicher Abstimmung mit den Suchtberatungsstellen und mit allen Beteiligten in den jeweiligen Suchthilfenetzwerken die konkreten Strukturen und gemeinsamen Handlungskonzepte für ein zielgerichtetes Zusammenwirken vor Ort.
Im Folgenden finden Sie weitere Informationen und Links zum Suchthilfesystem in Baden-Württemberg und zu gezielten Angeboten.
DigiSucht
DigiSucht ist eine digitale Beratungsplattform, die völlig anonym und kostenlos genutzt werden kann. Die Plattform verbindet Sie digital mit Beratungsstellen in Ihrer Nähe und ermöglicht den digitalen Austausch mit professionellen Beraterinnen und Beratern, die auch in lokalen Suchtberatungsstellen arbeiten.
Die Online-Suchtberatung richtet sich an Betroffene, Angehörige und Eltern und bietet Unterstützung bei allen Fragen zum Umgang mit Drogen, psychoaktiven Substanzen, Glücksspiel oder digitalen Medien.
FASD Hilfe
Die Website FASD-Hilfe bietet Begleitung und Beratung rund um das Thema FASD für Betroffene und deren Angehörige sowie für Fachkräfte.
Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD) ist eine irreparable Behinderung, die durch den mütterlichen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft erworben wird.
HaLT – Hart am LimiT
HaLT ist ein Kommunales Alkoholpräventionsprogramm zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor riskantem und die Gesundheit gefährdendem Alkoholkonsum. Es richtet sich an Jugendliche und ihre Familien sowie an Fachkräfte aus Schule, Verein und Gastronomie.
Hilfen im Netz
„Hilfen im Netz“ ist ein Verbundprojekt der langjährigen Online-Beratungsangebote von NACOA und KidKit. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche aus sucht- und psychisch belasteten Familien bundesweit besser zu erreichen und ihnen passende Hilfen zur Seite zu stellen. Außerdem bietet die Seite Fachkräften Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit.
jumpZ – wenn Eltern süchtig oder psychisch erkrankt sind
Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg bietet auf der Seite „jumpZ – wenn Eltern süchtig oder psychisch erkrankt sind“ Kindern, Eltern und Fachkräften Informationen und Angebote rund um das Thema psychisch- und suchtkranke Eltern.
Landesstelle für Suchtfragen in Baden-Württemberg
Die Landesstelle für Suchtfragen ist die fachliche Koordinierungsstelle für die Verbände der Liga der freien Wohlfahrtsverbände in Baden-Württemberg, die in der Suchthilfe, der Suchtprävention und der Suchtselbsthilfe tätig sind. Hier finden Betroffene, Angehörige, Fachkräfte unterschiedlichster Professionen Kontaktdaten von Suchtberatungsstellen, Informationen zu Projekten und fachspezifischen Publikationen.
Landesarbeitsgemeinschaft der Beauftragten für Suchtprävention und Kommunalen Suchtbeauftragten
Die Landesarbeitsgemeinschaft der Beauftragten für Suchtprävention und Kommunalen Suchtbeauftragten (LAG BfS/KSB) hat die Schwerpunkte Vernetzung, Weiterentwicklung der Suchthilfe und Suchtprävention sowie Wissenstransfer und richtet sich zum einen direkt an Beauftragte für Suchtprävention und Kommunale Suchtbeauftragte. Zum anderen stellt sie die Kontaktdaten und Standorte der BfS- und KSB aus den einzelnen Stadt- und Landkreisen sowie Informationen zu Projekten zur Verfügung.
Landesstelle für Suchtfragen BW
Die Landesstelle für Suchtfragen ist die fachliche Koordinierungsstelle für die Verbände der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg, die in der Suchthilfe, der Suchtprävention und der Suchtselbsthilfe tätig sind. Für drogenkonsumierende Jugendliche und junge Erwachsene in Baden-Württemberg bietet sie eine Liste mit Frühinterventionsprogrammen an.
Selbsthilfe bei Mediensucht
Aktiv gegen Mediensucht e.V. bietet eine Selbsthilfeplattform für Mediensucht, Online-sucht, Internetsucht, Computerspielsucht, internetbezogene Nutzungsstörung, Smombies und Serienjunkies geht. Auf der Seite findet sich eine Umkreissuche für unterschiedliche Hilfemöglichkeiten wie Suchtberatungsstellen, Selbsthilfegruppen, Therapeuten und Kliniken.
Suchtprävention Sozialministerium BW
Auf der Seite Suchtprävention stellt das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg Fachkräften, Interessierten sowie Kindern und Jugendlichen Programme, Projekte, Informationen und weiterführende Links zur Verfügung, um Kinder und Jugendliche über das Thema Sucht frühzeitig zu informieren und aufzuklären. Ein Beispiel sind die Empfehlungen zur Cannabisprävention in Baden-Württemberg.
Allgemein Informationen des Sozialministeriums über das Thema Sucht finden Sie hier.
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